Schildbürger

Mein Morgen beginnt mit einem black breakfast, denn mein Bauwagen hat beinhaltet eine kleine Kaffeebox mit Wasserkocher und frenchpress. Der nächste Bäcker ist allerdings mehrere Kilometer entfernt. 

Hier muss man sich halt an der Natur sattsehen, denn die einzige Gastro hatte gestern natürlich auch schon zu. Auch ohne Kippe, die meines Wissens zu dieser Art Frühstück gehört, bin ich jetzt richtig wach! (außerdem seit über 20 Jahren echter Nichtraucher).

Mittlerweile gewöhne ich mich an die Wegführung, es geht gerne auch mal über Stock und Stein, wohl dir Vorübung für die folgenden Pflasterwege. 

Immerhin sehe ich erste Schilder zum iron curtain trail, bzw. deutsch-Deutschen Grenzweg.


Er war wohl etwas zu mutig bzw. hat die Schilder falsch interpretiert. Ich vermute die Primelieferung kommt hier verspätet

In Ratzeburg geht's erstmal zum Dom. Ich möchte mir auch unbedingt die Barlachfigur im Innenhof anschauen.

Nach der kulturellen Stärkung finde ich auch endlich einen Bäcker. Von Ratzeburg aus geht's wieder über Waldwege weiter Richtung Grenzhus in Schlagsdorf. Das Museum ist sehenswert, noch beeindruckender ist allerdings die Außenanlage. Da wird es dann richtig beklemmend.

Jetzt heißt es in die Pedale treten. Es ist schon nach Mittag und das Fahrradschild zeigt 48km zum Tagesziel an. Ich bin verwirrt. Habe ich mich verrechnet? Ich folge meinem Trail ist auch ein Radweg und nach 5 Minuten plötzlich Zarrentin 20km. Habe ich mich gebeamt? Ich verstehe nichts mehr. 

Anscheinend schildert man hier nicht die kürzesten Wege für Radler aus... 

Apropos Wege, jetzt weiß ich warum ich bei der Prüfung zum Fahrsicherheitstrainer die Geradeausübung auf der Linie absolvieren musste.

Spuren des ehemaligen Kolonnenwegs im Wald kurz vor Zarrentin.


In Zarrentin erhole ich mich im Quartier erstmal vom Pflasterweg, der mich die letzten 5km begleitet hat. Wusste nicht, dass einem vom Radfahren übel werden kann.

Dokumentation ist wichtig


Kommentare

  1. Das mit den 48 Kilometern sollte Dir von Deinen Oder-ErFAHRungen und den Erzählungen des Kärntner Martins zu Analogem bei (neumodisch gekauften) Wanderrouten doch eigentlich klar sein:
    1. Geld regiert die Welt.
    2. Nepper, Schlepper, Radlfänger: Touristen-Ausnehm-Mafia.
    3. Es ist noch kein Schildbürger vom Himmel gefallen. Dazu wird man.

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